Der Traum

Aufdecken. Bearbeiten. Abschließen.

In dieser Geschwindigkeit wünschte ich mir das manchmal von den Dingen, die Gott mit mir bearbeitet. Ich ziehe da gerne den Schnelldurchlauf vor. Bei Dingen, die eigentlich schon weg waren, weg aus dem Denken und weg aus dem persönlichen Leben. Das heißt aber nicht, dass sie auch wirklich abgeschlossen sind. Ich für meinen Teil bin ein großer Verdränger, beinahe schon ein Meister der Verdrängung. So sind besondere Dinge, die ich zwar verdrängt habe, jedoch nie wirklich bearbeitet habe noch in mir und manchmal holen sie mich ein. Stärker oder schwächer und in manchen Fällen so intensiv das ich vor Schreck erstarre wie in diesem Fall.

Seit wir hier auf der Bibelschule sind, kommen sehr viele alte Dinge „hoch“ die nochmals erneut bearbeitet werden, nicht nur tagsüber, sondern auch nachts im Traum oder zu Zeiten in denen es gar nicht besonders gut passt (so meiner Meinung nach ??). Doch Gott hat seinen eigenen Zeitplan.

Das Jeder Mensch träumt habe ich mal gelesen, bewusst oder unbewusst. Manche kennen Träume und manche sagen das sie nie Träumen. Dann gibt es aber auch Träume, sogenannte Alpträume, diese können einem den Schlaf und die Nacht rauben. Wenn es ganz schlimm ist wie in meinem Fall, beschäftigte ich mich auch noch am Tag damit.

Mein Traum handelte von einer mir sehr vertrauten Person, die zwischenzeitlich aber schon lange tot ist. Sie begegnete mir im Traum auf einer Wiese vor einem Haus. Sie sah zwar aus wie die Person aber das Auftreten und die Bewegungen passten nicht. Sie sagte sie hätte Schmerzen in der Leistengegend und bückte sich immer mal wieder vorn über. Ihr Auftreten kam mir so seltsam vor, dass ich mich in das Haus hinter mir zurückzog. In dem Haus führte eine Treppe nach unten, die in einen großen Raum mündete. Ich stand in dem Raum und dachte das es der Person vielleicht nicht so gut geht und ich nochmals nach ihr sehen wollte.
Als ich die Treppe wieder nach oben gehen wollte, kam mir die Person schon auf allen Vieren kopfüber entgegen. Sie stellte sich vor mich hin, jedoch bewegte sich ihr Köper noch seltsamer als zuvor. Ihre Bewegungen glichen eher als hätte sie ein viel zu großes Kostüm an, welches nur so an ihr rumhängt. Was dann geschah weiß ich nicht mehr ganz genau. Das nächste an das ich mich erinnere ist, dass die Person an einer Wand kauerte und mich sehr sehr böse anschaute. Meine Augen vernahmen weniger einen Menschen als etwas ganz anderes. In diesem Moment bin ich aufgewacht, war völlig verstört, hatte Gänsehaut und musste mich erst mal sammeln.

Der Blick zur Uhr sagte mir 01:00 Uhr und in dieser Nacht habe ich kein Auge mehr zugemacht, immer wenn ich es versuchte sah ich diese Gestalt. Ich wälzte mich hin und her und hörte Lobpreismusik über Kopfhörer, da ich meine Frau nicht wecken wollte. Sie ist morgens gegen 06:00 Uhr aufgewacht, fragte mich was los sei und ich erzählte es ihr. Sie meinte sofort das wir darüber mit jemanden sprechen sollten. Hier auf der Bibelschule gibt es für alle Schüler Ansprechpartner, die sich Zeit nehmen, wenn du Fragen hast, Hilfe benötigst oder in meinem Fall eben auch solche Träume aufkommen.

Noch am frühen Donnerstagmorgen baten wir unseren Ansprechpartner um ein Gespräch und verabredeten uns auf den Nachmittag. Wir setzten uns zusammen und ich erzählte meinen Traum und er nahm sich die Zeit. Zeit zum Reden und Zeit zum Beten. Sagen wir mal: er führte mich auf eine Fährte, doch was genau der Traum sagen sollte, das sollte ich selbst mit Gott besprechen und darum bitten das er mir Offenbarung schenkte.

Am nächsten Morgen, bei der morgendlichen Andacht (wir haben jeden Morgen Andacht mit Live-Musik! Wer hat schon jeden Morgen Worship mit Live-Musik? Genial echt!!!) war es dann völlig unerwartet soweit.
Ich saß da und hörte der Musik zu und dachte über den Traum nach und über die Person, da wurde mir klar, dass ICH es war der dieses Böse aus der Person machte beziehungsweise gemacht hatte. Ich habe schlecht über die Person gesprochen, über sie böse gedacht und auch noch bei anderen gelästert und weiter Böses angeschürt. Ich habe das gesehen was ich in dieser Person sehen wollte, dass wirklich Schlechte und Böse.
Ich brach sofort in Tränen aus, habe gezittert und noch mehr geweint. Laut geweint. Ich habe laut inmitten all der Schüler geweint, weil mir bewusst wurde was ich da getan hatte. Mir wurde eng und übel ich wollte einfach nur noch raus um noch lauter zu weinen. Mein eigenes Schluchzen ging mir durch und durch. Ich kam gar nicht zur Ruhe. Mein Frau Angi war die ganze Zeit an meiner Seite und hat mich gehalten. Das genügte aber nicht, ich musste der Person und Gott gegenüber Buße tun. Das habe ich auch, ich wollte das nicht und mir war nicht bewusst was ich für mich über dieser Person ausgesprochen habe. Schrecklich, wenn man es dann erkennt.

Doch Gott ist gnädig und gütig, er lies mich als ich noch in der Andacht saß die Person sehen, sie war in ein helles strahlendes Licht gehüllt. Ob das nun sein Blickwinkel war, wie er die Person sieht oder ob es die Person jetzt ist, also, wie sie jetzt aussieht, das kann ich nicht sagen. Was ich aber sagen kann, ist jetzt hier und heute:

Liebe ist der Schlüssel.

Jesus ich danke dir das ich so einen tiefen Blick bekommen habe.