Erste Klasse

Kaum 40 Jahre nach der Einschulung in die erste Klasse Grundschule, werde ich wieder eingeschult. Diesmal in die erste Klasse Lebensschule in der Bibelschule „Glaubenszentrum“ in Bad Gandersheim.

Doch diesmal ist alles anders. Schon ab dem ersten Tag wird einem bewusst das die kommende Zeit eine wertvolle aber auch anstrengende Zeit werden wird. Wir, meine Frau und ich, sind jetzt seit ca. 1 Woche hier und müssen feststellen das wir doch sehr großzügig lebten. Unser Haus, das wir angemietet hatten, war uns immer zu klein mit seinen 65 m² und jetzt wohnen wir auf ca. 20 m² mit einer gemeinsamen Teeküche mit anderen Paaren. Doch meine persönliche Herausforderung ist das Badezimmer, Dusche und Toilette mit anderen zu teilen. Daran muss ich definitiv noch arbeiten, doch Gott weiß solche Dinge ja und hat mich prompt zum Sanitätsdienst berufen um Duschen und die Toilette täglich zu reinigen. Alles wird gut, so lange Gott das lenkt.

Unsere Klasse umfasst sehr viele Erstklässler, zwischen 17 und 50+, die alle ihr Leben nach Jesus ausrichten wollen, ihm ähnlicher werden, in allen Belangen.

Was man dafür tun muss? Gar nichts, man entscheidet sich sein Leben aufzugeben oder besser an Jesus zu geben. Das er durch uns, nicht wir selbst, wirken kann.

Wenn man sich dazu entschieden hat, ist man natürlich immer noch Mensch in allen Belangen mit guten, weniger guten und schlechten Seiten. Bevor hier richtig mit dem Unterricht begonnen wird, sollte bei jedem erstmal ein „innerer Großputz“ stattfinden. Da geht es dann richtig ans Eingemachte. Da wird richtig auf- und ausgeräumt. Gibt es zum Beispiel noch Beziehungen die mich Belasten? Zu meinen Eltern? Verwandten oder Freunden? Und wenn ja, was kann ich tun um diese wieder in aller Liebe in Ordnung zu bekommen. Bin ich schon so weit? Bin ich noch zu verletzt? Oder ist da noch etwas anderes in meinem Leben, das ich noch nicht an sein Kreuz gebracht habe? Vielleicht etwas bei dem ich um Vergebung bitte?

Es gibt jeden Morgen bei uns eine Andacht mit viel Musik. Andacht ist hier so zu verstehen, dass wir Lobpreis betreiben. Wir singen unserem großen Gott zu. Mein Gefühl, seit ich in der Bibelschule angekommen bin war immer gut, bis auf die Stunden der Andacht. Also habe ich Jesus gefragt was da los ist, was mir so ein schlechtes Gefühl macht und gebeten das er es mir nimmt und mit seiner Liebe in ein gutes Gefühl verwandelt.

Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan! Mt. 7,7

An diesem Morgen habe ich gesucht, geklopft und gebeten UND mir wurde aufgetan und meine bitte erhört. Ich saß in dem Andachtsraum zwischen hunderten von Menschen und habe bitterlich geweint. Laut geweint. Da wollte irgendwas raus und es kam raus. Keine Ahnung was es war, doch es hatte mich sehr bedrückt. Es war so schlimm das ich den Andachtsraum verlassen musste und mich draußen an die frische Luft setzte.

Nach einigen Minuten kam Angi nach und fragte ob alles in Ordnung sei, ich hatte ihr beim Rausgehen gesagt, dass ich allein sein möchte. Ich saß draußen auf einem Baumstamm und weinte immer noch. Doch als ich ihre Hand in meiner spürte wurde es besser. Die nächste Stunde konnte ich mich nicht so ganz auf den Unterricht konzentrieren, doch dann ging es aufwärts, himmelwärts und ich fühlte mich wieder gut.

Was da genau passiert ist weiß nur Gott, doch seit diesem Morgen geht es mir wieder gut bei der Andacht, die schlechten Gefühle sind weg. Danke Jesus das Du so treu zu deinem Wort stehst.