Tagtraum

Wer glaubt denn heute noch an Gute Taten?

Ja, an Weihnachten vielleicht, aber nicht wegen des Tages, sondern den Geschenken die auf einen warten. Heute ist der 13.12. und es sind noch 11 Tage bis Weihnachten. Weihnachten steht praktisch schon vor der Tür. Erst vor einigen Tagen hatte ich einen Tagtraum. Morgens habe ich hier in der Bibelschule einen Dienst, der es manchmal zulässt nicht viel zu denken, sondern ein wenig zu träumen.

Wir, meine Frau und ich, saßen in Balingen unserer Heimatstadt in einem Café, es war sehr gemütlich. Es gab Kuchen und einen Café Latte. Wir unterhielten uns über dies und das, am Nebentisch saßen zwei Frauen und eine von ihnen erzählte hörbar wie schlecht es ihr doch geht. Sie müsse am nächsten ersten ihre Miete bezahlen, doch wenn sie genau nachrechnet fehlen da 100 Euro und sie wisse nicht woher sie die nehmen sollte. Die Frau ihr gegenüber, hörte nur so halbherzig und war mehr mit ihrem Smartphone beschäftigt. Sie nickte hin und wieder freundlich und antwortete auch oberflächlich, doch mehr kam da nicht.

Die Frau, die ihr Leid klagte sagte dann, alles was jetzt noch hilft ist ein Wunder. Dieser Satz spitze meine Ohren (normal höre ich nicht anderen Gesprächen zu, in diesem Tagtraum aber schon). Warum sollte diese Frau heute kein WUNDER erleben. In meinem Tagtraum erzählte ich Angi von meinem Vorhaben, ich wollte der Frau einen Briefumschlag an die Autoscheibe heften, gefüllt mit 100 Euro. Angi war begeistert von dem Vorschlag und gesagt getan. Ja ja, es war ein Traum und daher wusste ich auch wo dieser Frau ihr Auto stand. Wir legten 100 Euro in einen Briefumschlag und klemmten den Umschlag mit der Aufschrift „Gott versorgt“ unter dem Scheibenwischer fest. Meine Frau und ich versteckten uns (würden wir normal auch nicht machen) und warteten bis sie zu ihrem Auto kam. Als sie den Umschlag fand und dann den Inhalt sah kamen ihr die Tränen. Sie sah sich um, doch sie konnte niemand ausmachen der aus ihrer Sicht für den Umschlag zuständig war.

Das Gefühl war unbeschreiblich schön, als sie das benötigte Geld für ihre Miete erhalten hatte. Für diese Frau war es ein Wunder, das sie einen Umschlag mit Geld am Auto hatte.In diesem Moment hat mich in meinem Dienst jemand angesprochen und ich war raus aus meinem Tagtraum.

Jedoch hat mich der Tagtraum nicht mehr losgelassen, es war so als ob das wirklich geschehen wäre. Vielleicht sollten wir wirklich ein wenig aufmerksamer durch das Leben gehen und uns kümmern. Vielleicht kann man schon mit Kleinigkeiten andern eine Freude machen, es müssen nicht 100 Euro sein. Manchmal reicht es auch schon jemandem zuzuhören, Aufmerksamkeit schenken.

Wie schön wäre es, wenn man sich mehr unterstützt und das nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern das ganze Jahr über.

Damit wollte ich euch zeigen, dass man hart arbeiten muss, um auch noch den Armen etwas abgeben zu können. Dabei sollen wir immer an die Worte denken, die unser Herr Jesus selbst gesagt hat: Geben macht glücklicher als Nehmen Apg. 20,35 HFA

 

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